Tarifrunde Holz- und Kunststoffindustrie

Weiterhin kein Angebot in der holz- und kunststoffverarbeitenden Industrie Westfalen-Lippe

11.12.2025 | Im Oktober beschloss die IG Metall-Tarifkommission für die Holz und Kunststoff verarbeitende Industrie in Westfalen-Lippe die Forderungsempfehlung, der der Vorstand gefolgt ist.

»Die Kolleginnen und Kollegen in der Holz und Kunststoff verarbeitenden Industrie leben nicht von Sägespänen. Das Leben wird spürbar ständig teurer. Da ist es fair, wenn unsere Löhne und Gehälter steigen. Gleichzeitig wollen wir mit einem Sockelbetrag verhindern, dass die Schere zwischen unteren und oberen Entgeltgruppen weiter aufgeht.«, so Christian Iwanowski, Verhandlungsführer IG Metall NRW.

Wir kennen aus eigener Erfahrung die schwierige Lage unserer Branche, auch wenn es einzelnen Betrieben durchaus besser geht. Die Aussichten bleiben gesamtwirtschaftlich ungewiss. Diese schwierige Lage der Betriebe haben wir diskutiert und bei unserer Forderung berücksichtigt.

Nicht nur die Betriebe leiden unter Preissteigerungen sondern auch die Beschäftigten. Unsere Mitglieder erwarten zu Recht, dass auch ihre Teuerungsraten ausgeglichen werden und ihre gesellschaftliche Teilhabe gesichert wird.

Mehr dazu wie es weitergeht im aktuellen Flugblatt.

 

Erste Verhandlung in der Tarifrunde

In der ersten Verhandlung der Tarifrunde der holz- und kunststoffverarbeitenden Industrie Westfalen-Lippe haben die Arbeitgeber am Freitag (21.11.2025) kein Angebot vorgelegt. Sie fordern dagegen eine Atempause bei den Kostensteigerungen.

Christian Iwanowski, Verhandlungsführer der IG Metall NRW: „Wir wissen, dass die Lage in der Branche sehr unterschiedlich ist. Während einige Betriebe gute Auftragsbücher habe, haben andere mit Kurzarbeit zu kämpfen. Das haben wir in unserer Forderung berücksichtigt. Es leiden aber nicht nur die Betriebe, sondern auch die Beschäftigten unter der Preissteigerung und Kaufkraftverlust. Darum ist es nur fair und auch wirtschaftlich vernünftig, wenn die Entgelte steigen. Das gilt besonders für die unteren Entgeltgruppen und die Auszubildenden. Darum fordern wir eine starke soziale Komponente und eine überproportionale Erhöhung der Ausbildungsvergütung. Es ist enttäuschend, dass die Arbeitgeber den berechtigten Bedürfnissen ihrer Beschäftigten nicht mit einem ersten Angebot entgegengekommen sind. “

 

Zweite Verhandlung in der Tarifrunde

In der zweiten Tarifverhandlung der Holz- und Kunststoffindustrie Westfalen-Lippe haben die Arbeitgeber kein Angebot vorgelegt. Für das Jahr 2026 sehen sie keinen Spielraum für Entgelterhöhungen. Daraufhin hat die Tarifkommission der IG Metall Warnstreiks beschlossen. 

„Auch wenn die Lage in den Betrieben sehr unterschiedlich ist, brauchen wir am Ende eine gemeinsame und verantwortungsvolle Lösung. Dazu gehört auch, dass die Beschäftigten Wertschätzung erfahren und ihren gerechten Anteil am Erwirtschafteten erhalten. Die Chance, zu einer solchen Lösung vor Ende der Friedenspflicht zu kommen, haben die Arbeitgeber mit ihrer Verweigerungshaltung vertan. Darum geht es jetzt in den Betrieben in die Warnstreikplanung“, so Christian Iwanowski, Verhandlungsführer der IG Metall NRW.  

Die IG Metall NRW fordert fünf Prozent mehr Entgelt, eine starke soziale Komponente für die unteren Entgeltgruppen und für die Auszubildenden eine überproportionale Erhöhung ihrer Vergütung bei einer Laufzeit von zwölf Monaten.

Besonders angespannt ist die Situation der Auszubildenden. Ihre Vergütungen liegen teils bis zu 200 Euro monatlich unter dem Niveau anderer Industriebranchen. „Das führt nicht dazu, dass die dringend benötigten Nachwuchskräfte die Branche für ihre persönliche berufliche Zukunft im Blick haben. Im Gegenteil: Es schreckt eher ab“, sagte Iwanowski. 

Die holz- und kunststoffverarbeitende Industrie Westfalen-Lippe beschäftigt rund 30.000 Menschen. Die Friedenspflicht endet am 13. Dezember 2025. 

Von: vb

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