Bundeshandwerkskonferenz

Starkes Handwerk braucht starke Rahmenbedingungen – und starke Perspektiven!

16.03.2026 | Das Handwerk blickt trotz unsicherer Weltlage optimistisch nach vorn – doch der Fachkräftemangel bleibt die größte Bremse. Fehlende Nachfolger*innen, unzureichende Weiterbildung und mangelnde Perspektiven gefährden die Zukunft vieler Betriebe. Klar ist: Ohne moderne Arbeitsbedingungen, starke Tarifbindung und echte Mitbestimmung wird die Transformation nicht gelingen. Das zeigt auch die Bundeshandwerkskonferenz der IG Metall – und macht deutlich, wie wichtig starke Stimmen für ein zukunftsfestes Handwerk sind.

Aktuelle Konjunktur-Trends zeigen: Das Handwerk kann optimistisch auf seine Geschäftslage blicken. Rückenwind, den unsere Branchen gut gebrauchen können – verstärkt durch staatliche Investitionen und einen anziehenden Konsum. Vorausgesetzt, die weltpolitische Lage bremst diese Entwicklung nicht erneut aus.

Gleichzeitig bleibt die größte Herausforderung bestehen: Fachkräftesicherung. 200.000 fehlende Fachkräfte, nicht wegen mangelnder Aufträge, sondern weil Betriebe keine Nachfolger*innen finden und schließen müssen. Und klar ist auch: Ein signifikanter Zustrom von Fachkräften aus der Industrie ins Handwerk findet nicht statt.

Selbst steigende Ausbildungszahlen, z. B. im Kfz-Handwerk, reichen nicht aus – zumal viele junge Menschen die Branche später verlassen. Warum? Weil Entwicklungsmöglichkeiten fehlen, Weiterbildung unzureichend ist und Transformation ohne Qualifizierung einfach nicht funktioniert. Wer seinen Meister macht, muss dies kostenfrei tun können – Gleichwertigkeit von beruflicher und akademischer Bildung darf kein Schlagwort sein.

Unsere Tarifvorstandskollegin Nadine Boguslawski macht klar: „Wer ein starkes Handwerk haben will, braucht auch starke Frauen. Wir brauchen einen echten Kulturwandel – in der Gesellschaft und in den Betrieben.“

Ohne moderne Arbeitsbedingungen und echte Perspektiven wird das Handwerk den Bedarf der kommenden Jahre nicht decken können. Tarifbindung spielt dabei eine Schlüsselrolle – denn gute Arbeit gibt es nur mit #tarifvertrag.

Umso wichtiger sind starke Betriebsräte und engagierte IG Metall Mitglieder in der Selbstverwaltung des Handwerks. Sie sichern faire Bedingungen, sorgen für Gerechtigkeit und gestalten die Transformation in der Praxis. Digitalisierung und KI können unterstützen – im Backoffice, im Service, in Prozessen – aber nur, wenn Qualifizierung und Mitbestimmung mitgedacht werden.

All diese Themen und viele mehr haben wir am 13./14. März auf der Bundeshandwerkskonferenz der IG Metall intensiv diskutiert. Gemeinsam haben wir klar gemacht: Das Handwerk ist stark im Wandel und wir als die Handwerksgewerkschaft geben ihm eine starke, sichtbare Stimme.

Von: lb

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