Tarifrunde Metall- & Elektroindustrie NRW

Die Jugend hat genug von der Hinhaltetaktik der Arbeitgeber

31.10.2024 | Die dritte "Jugend-Verhandlung" in der Tarifrunde Metall- und Elektroindustrie NRW hat stattgefunden. Bis auf Gesprächsbereitschaft bei der Ausbildungsvergütung nichts in Sicht.

Krasser Protest und Streikbereitschaft

31.10.2024

Bei der dritten Verhandlung in der Metall- und Elektroindustrie NRW zeigten sich die Arbeitgeber
in der Frage “überproportionale Erhöhung der Ausbildungsvergütung” gesprächsbereit und deuteten in den Verhandlungen an, dass sie sich eine überproportionale Erhöhung vorstellen können. Ansonsten aber „verlaufen die Gespräche zäh“, berichtete Knut Giesler. Neben höheren Ausbildungsvergütungen fordert die IG Metall eine Anhebung der Entgelte um 7 Prozent für eine Laufzeit von 12 Monaten. Die Arbeitgeber bieten bislang lediglich 1,7 und 1,9 Prozent bei neun Nullmonaten und einer Laufzeit von 27 Monaten – und haben sich in der jüngsten Verhandlung nicht bewegt. „Inakzeptabel“, findet Knut Giesler das Angebot.

Zum Resümee der ersten, kurzen Warnstreikwoche: Wenn es drauf ankommt, wissen Metallerinnen und Metaller, was zu tun ist. Bis Donnerstag, 31.10.24 beteiligten sich bereits mehr als 33.000 Beschäftigte in ganz Nordrhein-Westfalen an den Warnstreiks in der Metall- und Elektroindustrie und brachten damit zum Ausdruck: Wir sind zum Konflikt bereit. Selten sind Warnstreiks mit einer solchen Wucht gestartet. Und sie gehen mit voller Kraft weiter.

 

Zu spät, zu wenig, zu lange - unzureichendes Angebot der Arbeitgeber

19.10.2024

„Die Arbeitgeber sagen seit Wochen, sie wollen eine schnelle Tarifrunde und damit schnell Sicherheit und Klarheit für die Beschäftigten und Unternehmen. Mit diesem Angebot ist eine schnelle Einigung aber mehr als gefährdet und drückt wenig Verständnis für die Beschäftigten und ihre Probleme aus,“ so Knut Giesler, Bezirksleiter der IG Metall NRW und Verhandlungsführer. 

Der Gewerkschafter kritisierte die angebotenen 1,7 Prozent ab Juli 2025 und 1,9 Prozent ab Juli 2026 bei einer Laufzeit von 27 Monaten: „Die Entgelterhöhungen kommen zu deutlich spät, sie sind zu viel niedrig und die Laufzeit ist zu lang. Das Angebot deckt weder die erwartete Inflation der nächsten Jahre noch berücksichtigt es den großen Druck, den die Beschäftigten aufgrund der hohen Inflation der letzten Jahre immer noch in ihrem Geldbeutel spüren.“

Giesler begrüßte, dass die Arbeitgeber über eine Verbesserung der Freistellungszeit sprechen wollen und bei der Ausbildungsvergütung eine überproportionale Erhöhung anstreben. „Bei diesem Angebot ist eine überproportionale Erhöhung aber auch weit von unserer Forderung für die Auszubildenden entfernt und wahrlich nicht üppig. Insgesamt liegen wir also noch deutlich auseinander und ein verantwortungsvoller Kompromiss in weiter Ferne.“

Die Tarifkommission der IG Metall wird in den nächsten Tagen das Angebot bewerten und über die weiteren Schritte entscheiden. „Bei diesem Angebot sind Warnstreiks kaum zu vermeiden. Es braucht dann doch wieder den Druck der Beschäftigten,“ so Giesler. Die Friedenspflicht endet am 28. Oktober, danach sind Warnstreiks möglich. Die IG Metall NRW entscheidet am 28. Oktober über Warnstreiks. Die dritte Verhandlung findet am 31. Oktober in Neuss statt.

Von: lb

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