27.02.2025 | Auch die zweite Tarifrunde der westdeutschen Textil- und Bekleidungsindustrie brachte kein Ergebnis: Die Arbeitgeber verweigerten am vergangenen Dienstag zielführende Verhandlungen.
Für die IG Metall und ihre Mitglieder kann es daher nur eine Konsequenz geben: Arbeitskampf. Einstimmig beschloss die Tarifkommission der Tarifregion Nord-West Warnstreiks.
Das ist ärgerlich: Anstatt auf die berechtigten Forderungen der Beschäftigten einzugehen, schalten die Arbeitgeber auf stur. Sie bieten ab Ende dieses Jahres 1,3 Prozent mehr Geld und ein Jahr später 1,7 Prozent.
„Das ist sehr enttäuschend”, sagt Verhandlungsführerin Miriam Bürger. Denn allein für 2025 und 2026 rechnen Wirtschaftsinstitute jeweils mit einer Inflationsrate von zwei Prozent. „Mit einem solchen Abschluss unter
der Inflationsrate könnten sich unsere Beschäftigten nach dieser Verhandlungsrunde weniger leisten als zuvor. Dabei hat ihr Budget schon jetzt große Löcher.”
Die Arbeitgeber sehen dies nicht oder es ist ihnen egal. Sie verweisen auf die angespannte wirtschaftliche Lage. Doch die Beschäftigten lassen sich dadurch nicht beirren. „Unser Geduldsfaden ist äußerst dünn”, sagt Bürger. Mit dem Ende der Friedenspflicht treten die Beschäftigten ab dem 1. März in den Warnstreik.
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