Delegiertenversammlung

„Es reicht! Wir verteidigen den Sozialstaat!“

26.05.2026 | Die zweite Delegiertenversammlung der IG Metall Rheine fand am 21. Mai 2026 in der Stadthalle Rheine statt. Schwerpunkt der

Delegierten war die derzeitige sozialpolitischen Entwicklung. Außerdem war Dr. Cedric Hornung vom DGB Rechtschutz aus Münster zu Gast.

Der Jurist Cedric Hornung blickte mit den Delegierten auf ein erfolgreiches Jahr 2025: Mit bundesweit über 125.000 neuen Fällen und einem Erfolgswert von mehr als 270 Millionen Euro bestätigt der juristische Dienstleister der DGB-Gewerkschaften seine zentrale Rolle beim Schutz von Arbeitnehmerrechten.

Regional zeigt sich eine breite Inanspruchnahme der Leistungen: Die meisten Verfahren entfallen auf NordrheinWestfalen. Den Schwerpunkt im Arbeitsrecht bilden insbesondere Streitigkeiten rund um das Arbeitsentgelt sowie betriebsbedingte Kündigungen. Auch im Sozialrecht sind zentrale Themen wie das Schwerbehindertenrecht und die Arbeitslosenversicherung von hoher Bedeutung.

Im Geschäftsbericht führte Karin Hageböck, Geschäftsführerin der IG Metall Rheine, durch die aktuellen Entwicklungen in der Region und legte die Finanz- und Mitgliederentwicklung vor.

In Hageböcks Bericht zur aktuellen (sozial- )politischen Lage wurde es hitzig. Vor dem Hintergrund aktueller Debatten über Sozialabbau, Arbeitsbedingungen und Verteilungsgerechtigkeit machten die Delegierten ihren Unmut deutlich. Die IG Metall Rheine ruft daher zu einem Aktionstag am 08. Juli in Münster auf. Gemeinsam mit den IG Metall Geschäftsstellen Bocholt und Münster werden die Gewerkschafter*innen solidarisch und laut ein deutliches Zeichen für einen starken Sozialstaat setzen.

Die Delegierten sind sich einig: das Gegeneinander-Ausspielen gesellschaftlicher Gruppen, das Narrativ eines „zu teuren Sozialstaats“ sowie Angriffe auf grundlegende Errungenschaften wie den Achtstundentag, die Rente, das Gesundheitssystem und die Tarifbindung nehmen wir nicht hin. Die Delegiertenversammlung betont, dass ein starker Sozialstaat kein Luxus, sondern die Grundlage für wirtschaftliche Leistungsfähigkeit, Produktivität und gesellschaftliche Würde ist.

Deutlich wurde auch die Ablehnung konkreter Verschlechterungen wie der Aufweichung von Arbeitszeitregelungen, Sozialkürzungen oder einer steuerlichen Bevorzugung sehr hoher Vermögen. Stattdessen fordern die Gewerkschafter*innen den Erhalt fairer Arbeitsbedingungen, eine solidarische Absicherung von Rente und Gesundheit sowie ein gerechteres Steuersystem. Ziel sei es, gesellschaftlichen Wohlstand breiter zu verteilen und Zukunftsinvestitionen in Bildung, Wohnen und Infrastruktur zu ermöglichen. 

 

Von: vb

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