01.07.2025 | Im Tarifstreit um die Einkommen der Beschäftigten von Großwäschereien verschärft die IG Metall Rheine die Gangart.
Bei dem gestrigen Warnstreik am Montag, 30.06.2025 haben gut 80 Beschäftigte von CWS Workwear in Lingen gegen die aktuellen Pläne der Arbeitgeber protestiert. „Das aktuelle Angebot greift zu spät, ist zu niedrig und läuft zu lange“, sagte Laura Belt, Gewerkschaftssekretärin der IG Metall Rheine. „Wir brauchen eine Tariferhöhung bei den Textilen Dienstleistern, die sich gewaschen hat!“
Die Beschäftigten der textilen Dienstleitungsbranche fordern 6 Prozent mehr Geld im Monat, für die unteren Entgeltgruppen mindestens 180 Euro. Die durch Hitze und Stress Belasteten erwarten zudem eine verbesserte Altersteilzeit-Regelung.
Bei der dritten Tarifverhandlung am 16. Juni im hessischen Dietzenbach hatten die Arbeitgeber laut IG Metall nur ein Mager-Angebot übrig: keine Lohnerhöhung bis Jahresende, ab 1. Januar mindestens 50 Euro bzw. 1,9
Prozent im Monat mehr und ab 2027 dann 2,2 Prozent höhere Löhne. Die Aufstockungsbeträge für Altersteilzeit- Beschäftigte sollen leicht angehoben werden, nicht aber die Zahl der Anspruchsberechtigten.
Laura Belt, Gewerkschaftssekretärin der IG Metall Rheine sagte: „Wir lassen den Betrieb still stehen, damit sich die Arbeitgeber am Verhandlungstisch zu einem tragfähigen Kompromiss bewegen: weg von Almosen hin zu mehr Respekt und mehr im Geldbeutel, um die gestiegenen Preise zu bewältigen.“
Der Warnstreik bei CWS ist bereits der zweite innerhalb von 4 Wochen. Trotz der hohen Temperaturen protestieren die Textilen Dienstleister mit Fahnen, Trillerpfeifen, toller Stimmung, Redebeiträgen bei Pommes und
Currywurst, damit sich die Arbeitgeber bewegen. Bettina Romeikat, Betriebsrätin bei CWS und Ortsvorstandsmitglied der IG Metall Rheine: „Wir stehen hier für die Zukunft der Beschäftigten sowie der Branche. Nicht nur wir brauchen bessere Einkommen, sondern auch die Unternehmen, die um Fach- und Arbeitskräfte ringen.“
Zu der Branche gehören Großwäschereien etwa für Krankenhäuser, Pflegeheime, Gastronomie und Berufsbekleidung. Die vierte Tarifverhandlung für die Textilen Dienste mit ihren bundesweit 23.000 Beschäftigten ist für den 7. Juli angesetzt.