11.06.2026 | Wir informieren anlässlich des Monats des Handwerks in unseren Handwerks-Betrieben für bessere Arbeitsbedingungen und starke Tarifbindung.
Im Bereich der IG Metall Rheine, sowie in ganz NRW organisiert die IG Metall im Juni Ansprachewochen in Handwerksbetrieben. Die IG Metall Geschäftsstelle Rheine geht direkt in die Betriebe, um mit Beschäftigten ins Gespräch zu kommen und sie über eine Mitgliedschaft zu informieren.
„Das Handwerk ist das Rückgrat unserer Wirtschaft – aber viele Beschäftigte profitieren noch nicht ausreichend von guten Arbeitsbedingungen und fairer Bezahlung“, erklärt Sebastian Williams, Gewerkschaftssekretär, der IG Metall Rheine. „Genau hier setzen wir an: Wir informieren, beraten und zeigen, was eine starke Gewerkschaft konkret bewirken kann.“
Ein zentrales Argument für die Mitgliedschaft sind die Erfolge der Tarifpolitik. Insbesondere für Auszubildende und Fachkräfte sind deutliche Lohnsteigerungen sichtbar: Tariflöhne steigen regelmäßig und verlässlich. So sind die Entgelte in Sanitär- Schlosser- oder und Elektrohandwerk seit 2020 zwischen 20 und 25% gestiegen. Auszubildende profitieren sogar von einem Plus von knapp 30 Prozent. Tariflöhne bieten dabei Sicherheit gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten: Sie sind verbindlich, schützen vor willkürlichen Kürzungen und sorgen für planbare Einkommensentwicklung. „Das sind keine Versprechen, das sind Ergebnisse harter Tarifarbeit. Wer Mitglied ist, sorgt mit dafür, dass diese Entwicklung weitergeht“, so Williams.
Die IG Metall macht deutlich, dass das Handwerk vor großen Herausforderungen steht: Fachkräftemangel, Digitalisierung und steigende Anforderungen an Qualifikation und Flexibilität. Gleichzeitig haben viele Betriebe Schwierigkeiten, Nachwuchs zu gewinnen und zu halten. „Fachkräfte gewinnt man nicht mit Imagekampagnen, sondern mit Respekt und guten Arbeitsbedingungen“, betont die IG Metall. Genau hier bietet die Tarifbindung über die Innungsmitgliedschaft eine starke Grundlage, von der alle Beschäftigten profitieren. Sie schafft verlässliche und attraktive Rahmenbedingungen, die aber auch weiter verbessert werden können; mit höheren Entgelten, modernen und flexiblen Arbeitszeitmodellen, vielfältigen Weiterbildungs- und Qualifizierungsmöglichkeiten sowie gesundheitsgerechten Arbeitsplätzen, insbesondere auch für ältere Beschäftigte, so wie attraktiven Rentenbausteinen.
Die IG Metall kritisiert zugleich aktuelle Forderungen von Arbeitgeberverbänden scharf. Vorschläge zur Ausweitung der täglichen Arbeitszeit oder zur Aufweichung tariflicher Standards seien „ein offener Angriff auf Beschäftigte und Gewerkschaften“. Auch die fehlende Tarifbindung in den meisten Kfz-Handwerksbetrieben wird als großes Problem gesehen: „Es kann nicht sein, dass Betriebe sich Wettbewerbsvorteile auf Kosten der Beschäftigten verschaffen, indem sie Tarifverträge umgehen.“
Positiv bewertet die IG Metall hingegen politische Initiativen wie das Tariftreuegesetz, das vorsieht, öffentliche Aufträge nur noch an Unternehmen mit tariflichen Mindestbedingungen zu vergeben.
Während der Ansprachewochen suchen Gewerkschafterinnen und Gewerkschafter gezielt das Gespräch vor Ort – in Werkstätten, auf Baustellen und in Betrieben. „Wer bessere Löhne, sichere Arbeitsbedingungen und mehr Mitbestimmung will, muss sich organisieren“, sagt Williams .