03.06.2026 | Die IG Metall Rheine blickt in Juni dieses Jahres auf 60 Jahre erfolgreiche Gewerkschaftsarbeit zurück. Seit der Gründung der IG Metall Geschäftsstelle Rheine im Juni 1966 steht sie für die Interessen der Beschäftigten in der Region und hat den wirtschaftlichen und sozialen Wandel aktiv mitgestaltet.
Die Anfänge der Geschäftsstelle reichen in die Aufbruch Jahre der 1960er Jahre zurück. Mit Unterstützung aus der Belegschaft des Karmann-Werks und engagierten Gewerkschaftern wurde die IG Metall Rheine gegründet. Schon früh setzte sie wichtige Impulse für Mitbestimmung: Betriebsrats- und Jugendvertretungswahlen in zahlreichen Betrieben sowie erste Haustarifverträge prägten diese Zeit.
In den folgenden Jahrzehnten stellte sich die IG Metall Rheine immer wieder neuen Herausforderungen. Die Ölkrise der 1970er Jahre, wirtschaftliche Umbrüche und steigende Arbeitslosigkeit verlangten nach starken gewerkschaftlichen Antworten. Gleichzeitig wurden Mitbestimmung und betriebliche Interessenvertretung konsequent ausgebaut.
Die 1980er Jahre waren geprägt von Strukturwandel und industriellen Umbrüchen. Eine besondere Rolle für di Region spielte dabei über Jahrzehnte die Textil- und Bekleidungsindustrie, die Rheine, Emsdetten, Nordhorn und die Region maßgeblich prägte. Die Branche war lange Zeit der wichtigste Arbeitgeber der und sicherte tausenden Beschäftigten Arbeit und Einkommen. Ganze Stadtteile in Rheine und Familien waren eng mit den Textilbetrieben verbunden. Entsprechend stark war auch die gewerkschaftliche Organisation in diesem Bereich – zunächst vor allem in der eigenständigen Gewerkschaft Textil-Bekleidung (GTB).
Der Strukturwandel der 1980er Jahre traf die Region jedoch mit voller Wucht: Der Zusammenbruch großer Teile der Textilindustrie führte zu massiven Arbeitsplatzverlusten und tiefgreifenden wirtschaftlichen Einschnitten. In dieser schwierigen Phase zeigte sich die Bedeutung gewerkschaftlicher Stärke besonders deutlich – sowohl bei der Begleitung von Beschäftigten als auch im Einsatz für neue Perspektiven.
Ein entscheidender Schritt für die gewerkschaftliche Zukunft in Rheine war die Integration der Gewerkschaft Textil-Bekleidung in die IG Metall im Jahr 1998. Mit ihr kamen viele engagierte Mitglieder aus der Textilindustrie zur IG Metall. Die Organisation wuchs dadurch deutlich und wurde zugleich vielfältiger: Neben der Metall- und Elektroindustrie prägten fortan auch Erfahrungen und Traditionen aus der Textilbranche die Arbeit vor Ort.
Diese Erweiterung bedeutete nicht nur einen spürbaren Mitgliederzuwachs, sondern auch einen kulturellen Wandel: „Metall trifft Textil“ – unterschiedliche gewerkschaftliche Prägungen wurden zusammengeführt und stärkten die Durchsetzungskraft der IG Metall in Rheine nachhaltig.
Mit der Globalisierung in den 1990er Jahren veränderten sich die Rahmenbedingungen erneut. Produktionsverlagerungen und Tarifflucht stellten die Gewerkschaft vor neue Aufgaben. Gleichzeitig konnten wichtige Erfolge wie die vollständige Umsetzung der 35-Stunden-Woche erreicht werden.
Auch im neuen Jahrtausend blieb die IG Metall Rheine ein verlässlicher Partner für Beschäftigte. Eine weitere Fusion mit der Gewerkschaft Holz und Kunststoff (GHK) im Jahr 2000, der Umgang mit Betriebsschließungen sowie neue tarifpolitische Instrumente wie Altersteilzeitregelungen oder die Einführung moderner Entgeltstrukturen prägten diese Phase.
Die Finanzkrise ab 2008, der Strukturwandel in der Industrie und die Schließung traditionsreicher Betriebe wie Karmann stellten die Region vor große Herausforderungen. Die IG Metall setzte sich erfolgreich für Beschäftigungssicherung, faire Arbeitsbedingungen und Perspektiven für junge Menschen ein.
In den vergangenen Jahren hat sich die IG Metall Rheine auch mit den aktuellen Krisen auseinandergesetzt – von der Corona Pandemie bis zu den wirtschaftlichen Folgen globaler Konflikte. Gleichzeitig engagiert sie sich für die Zukunft der Industrie, gute Tarifverträge und Beteiligung der Beschäftigten.
„60 Jahre IG Metall Rheine bedeuten 60 Jahre Solidarität, Mitbestimmung und Einsatz für gute Arbeit“, lautet das Fazit der Geschäftsführerin Karin Hageböck. Auch in Zukunft wird sich die IG Metall Rheine dafür einsetzen, dass Beschäftigte in der Region sichere Arbeitsplätze, faire Löhne und gute Arbeitsbedingungen haben.